Dispergatoren (Dispergiermittel) sind Substanzen, die größere Partikel zerkleinern und deren erneute Aggregation verhindern. Ein Dispersionssystem besteht aus zwei nicht miteinander mischbaren Phasen – einer kontinuierlichen und einer dispergierten Phase. Um eine bestimmte Substanz zu dispergieren, ist zusätzliche mechanische Energie erforderlich, die den Dispergator mit den Phasen, aus denen das System besteht, vermischt.
Am häufigsten sind Dispergiermittel oberflächenaktive Substanzen oder deren Gemische mit unterschiedlichen HLB-Werten, die an der Oberfläche der Partikel der dispergierten Phase adsorbieren, die Grenzflächenspannung verringern und ihre Benetzbarkeit durch das kontinuierliche Medium verbessern. Diese Adsorption verringert die Van-der-Waals-Wechselwirkungen zwischen den kleinen Partikeln und verstärkt die abstoßenden Wechselwirkungen, wodurch sie getrennt bleiben.
Der Wirkungsmechanismus von Dispergatoren basiert auf elektrostatischer und/oder sterischer Stabilisierung. Bei der elektrostatischen Stabilisierung adsorbieren Ionen-Dispergiermittel an der Oberfläche der Partikel, laden sie auf und bilden eine sogenannte elektrische Doppelschicht – die entstehenden Ladungen bewirken eine gegenseitige Abstoßung der Partikel gleichen Vorzeichens, wodurch deren Koagulation verhindert wird.
Beim sterischen Mechanismus bilden Dispergiermittel mit hohem Molekulargewicht (z. B. Polymere) um die Partikel herum breite Schutzschichten, deren räumliche Abschirmung als physikalische Barriere wirkt und die Annäherung und erneute Verbindung der Partikel erschwert. Die sterische Stabilisierung ist oft weniger empfindlich gegenüber Elektrolyten als die elektrostatische Stabilisierung.
In der Praxis kombinieren viele moderne Dispergatoren beide Mechanismen – die sogenannte elektro-sterische Stabilisierung, bei der gleichzeitig eine elektrostatische Abstoßung und eine Polymerbarriere erzeugt werden, was die Stabilität der Dispersion auch unter wechselnden chemischen Bedingungen wie pH-Wert oder Ionenstärke der Umgebung erhöht.
Dispergatoren werden in vielen Anwendungen eingesetzt, unter anderem in der Automobilindustrie als Zusatzstoffe für Motoröle oder im Bauwesen als Zusatzstoffe für Beton. Sie können auch Bestandteil von Haushalts- und Kosmetikchemikalien sein. In der Textilindustrie dienen sie als Zusatzstoffe für Pigmente. Sie werden auch in der Erdölverarbeitung eingesetzt.
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