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Traceability – Identifizierbarkeit in der Lieferkette

Den Standards auf dem globalen Chemie-Markt folgend, nimmt die nachhaltige Entwicklung eine immer wichtigere Rolle in Geschäftsstrategien von Firmen ein, die in der Tenside-Branche tätig sind. Das Treffen von richtigen Entscheidungen, die Chemie-Hersteller und ihr Umfeld positiv beeinflussen, wird immer häufiger von nichtfinanziellen Faktoren beeinflusst.

Veröffentlicht: 20-08-2019
nachhaltige Palmölproduktion

Eine transparente und verantwortungsvolle Unternehmensführung stellt heute eins der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Zulieferer von Chemie-Rohstoffen für verschiedene Industrie-Branchen dar.

Das Wesen einer nachhaltigen Entwicklung in der Industrie

Wieso ist immer häufiger von einem nachhaltigen Geschäftsansatz (Sustainability) und der Identifizierbarkeit in der Lieferkette die Rede (Traceability)? Die Tatsache, dass diese Begriffe so häufig verwendet werden, hängt mit den folgenden immer größeren Problemen zusammen: der wachsenden Erdbevölkerung, begrenzten natürlichen Ressourcen, der Notwendigkeit von Energiesparen, Reduzierung der Emission von Treibhausgasen sowie vielen anderen umweltbezogenen und sozialen Angelegenheiten. Die (zumindest scheinbare) Befolgung der Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung stellt für immer mehr Verbraucher einen entscheidenden Faktor beim Kauf von zahlreichen Produkten dar. Hersteller und Handelsketten verfolgen hingegen eigene Strategien und kommunizieren auf diese Weise einen verantwortungsvollen Ansatz in Bezug auf ihre Geschäftstätigkeit.

Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards, die heutzutage einen globalen Wandel erfahren, sowie steigende Kundenbedürfnisse und die Entwicklung moderner, emissionsarmer Technologien entscheiden nun über unternehmerische Vorteile. Die Idee einer nachhaltigen Entwicklung verliert langsam den Status eines modischen Trends, der von globalen Konzernen gefördert wird. Sie wird zu einem der Wettbewerbsvorteile und gehört somit zu den Makro-Faktoren, die die wichtigsten Sektoren der Weltwirtschaft direkt beeinflussen.  Als Beispiel kann hier der Weltmarkt für Palmöl und seine Derivate aufgeführt werden. In diesem Fall werden Bestrebungen unternommen, um eine volle Identifizierung von Rohstoffen der Lieferkette zu gewährleisten, angefangen vom Anbau der Ölpalme, aus der Palmöl gepresst wird, bis hin zu Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln, Kosmetika, Arzneimitteln und vielen anderen Produkten des täglichen Gebrauchs.

Immer mehr Hersteller führen neue Standards nicht nur in Bezug auf Qualitäts- und Umweltmanagement ein, sondern auch in diesem Bereich finden große Veränderungen statt. Als Beispiel kann u. a. die Anwendung von Methoden und Systemen aufgeführt werden, die für höchste Produktqualität bei einer maximalen Einschränkung des negativen Einflusses auf die Umwelt sorgen sollen, wie z. B. die in den letzten Jahren verwendete LCA-Methode (Life Cycle Assessment), die nicht nur eine Bewertung des Endergebnisses des Technologieprozesses ermöglicht, sondern vor allem die Möglichkeit bietet, die Konsequenzen der Einwirkung einzelner Etappen des Produkt-Lebenszyklus oder sogar der ganzen Organisation auf die Umwelt abzuschätzen und zu bewerten. Heutzutage stellen eine nachhaltige, verantwortungsbewusste Unternehmensführung sowie die Identifizierbarkeit von Rohstoffen kein Novum mehr dar.

In der Tensid-Branche, in der die Gesellschaft PCC EXOL tätig ist, können diejenigen Hersteller erfolgreich sein, die eine hohe Produktqualität, günstige Preise, neue Anwendungslösungen und vor allem zusätzliche, d.h. nichtfinanzielle Werte anbieten. Wenn diese Werte globale Auswirkungen haben, dann sind sie von besonderer Bedeutung für die Abnehmer. Die Gesellschaft PCC Exol agiert auf eine umweltbewusste Weise. Sie investiert in den Aufbau einer starken inneren und externen Community, die für die unternehmerische Entwicklung notwendig ist. Als Hersteller von Chemie-Produkten engagiert sich PCC Exol für die Implementierung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie, dank der die Gesellschaft einen stabilen Platz bei der internationalen geschäftlichen Zusammenarbeit einnimmt.

Die nachhaltige Herstellung von Palmöl – wodurch zeichnet sie sich aus?

Aufgrund der erheblichen und ständig wachsenden Nachfrage nach Palmöl-Derivaten wird die Anforderung, dass sie aus nachhaltigen Quellen stammen sollen, die keinen negativen Einfluss auf die Umwelt haben, immer wichtiger. Aspekte der nachhaltigen Herstellung von Rohstoffen nehmen insbesondere in der Chemieindustrie einen höheren Stellenwert ein. Palmöl ist heutzutage das beliebteste pflanzliche Öl auf der Welt.  Aufgrund der wachsenden Erdbevölkerung und der steigernden Palmöl-Nachfrage war der Bedarf an diesem Rohstoff noch nie so hoch wie heutzutage.

An diesem Punkt tritt der Begriff „Traceability“ in den Vordergrund. Die Identifizierbarkeit in der Lieferkette wird durch die Nachverfolgung des Palmöl-Rohstoffs in drei zertifizierten Modellen gewährleistet, die von der Organisation RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil – Abkommen über die nachhaltige Palmölproduktion) vorgeschlagen und implementiert wurden. RSPO verfolgt das Ziel, den Markt zu umzugestalten, dass nur Palmöl aus ökologischem Anbau verwendet wird. Zu den Mitgliedern dieser Organisation zählen Vertreter verschiedener Gruppen; u. a. Plantagebesitzer, Hersteller, NGOs und Firmen, die Palmöl und seine Derivate in ihrer Geschäftstätigkeit verwenden.

Das Ziel der RSPO-Organisation besteht darin, für Palmöl aus Regionen zu werben, die nicht zur Verringerung von Umwelt-Werten beitragen und keine negativen Einflüsse auf die Einwohner haben, die in Verbindung mit den Anbaugebieten von Ölpalmen stehen. Plantagebesitzer oder -betreiber können ein RSPO-Zertifikat erhalten, wenn sie Aktionen vorweisen, die zum Schutz der direkten Umwelt sowie von Urwäldern und bedrohten Tierarten dienen. Außerdem müssen Aktivitäten belegt werden, die bestätigen, dass Wasser auf eine verantwortungsbewusst Weise genutzt und um die Arbeiter auf der Ölplantage sowie um die in den umliegenden Gebieten lebende Bevölkerung gesorgt wird. RSPO ist das erste und einzige Zertifizierungssystem, welches ermöglicht, Produkte mit Palmöl zu unterscheiden, die nicht zur Zerstörung von natürlichen Ökosystem beitragen und auf die lokale Bevölkerung, einschließlich ihrer Kultur und Tradition, keinen negativen Einfluss haben.

Palmöl und seine Derivate – die Herstellung von Tensiden

Das Traceability-Konzept ist in Bezug auf Palmöl bereits so weit verbreitet, dass es ebenfalls Hersteller von Tensiden betrifft. Die meisten internationalen Konzerne, die Rohstoffe auf Palmöl-Basis nutzen, kommunizieren offen, dass sie mit Zulieferern zusammenarbeiten, welche ihre Produkte der gesamten Lieferkette als zu hundert Prozent zertifiziert kenntlich machen.  Der Besitz eines RSPO-Zertifikats mindestens in der Variante MB (Mass Balance) wird daher eine Schlüsselvoraussetzung darstellen, um eine Zusammenarbeit mit einem Zulieferer von Tensiden aufzunehmen bzw. fortzuführen.

Die Herstellung von Tensiden besteht aus mehreren komplizierten chemischen Prozessen, die entsprechend vom Menschen kontrolliert werden müssen. Sowohl bei Palmöl, als auch im Falle von Kokosöl haben wir es mit natürlichen Rohstoffen zu tun, die in den jeweiligen Elementen der Lieferkette mehr oder weniger verarbeitet werden, angefangen von der Plantage bis hin zu den zahlreichen Fertigerzeugnissen, die zum Endverbraucher gelangen.  In Bezug auf die Produkte von PCC EXOL SA gibt es für diese Öle keine Austauschstoffe. Aufgrund des sehr breiten Anwendungsbereichs stellen sie sehr interessante und wichtige Rohstoffe dar, die bei der Herstellung von Tensiden durch die Gesellschaft verwendet werden. Tenside auf Basis von Kokosöl und Palmöl-Derivaten finden sich sowohl unter den Inhaltsstoffen von Reinigungsmitteln, Körperhygiene-Produkten und Kosmetika, als auch von Lebensmitteln und Pharma-Erzeugnissen wieder.

Wieso Palmöl?

Weil es das vielseitigste pflanzliche Öl der Welt und relativ günstig ist. Weil es die Basis für die Herstellung von chemischen Substanzen aus vielen Anwendungsbereichen darstellt.  Die Hauptgründe, die für eine Massenproduktion von Palmöl sprechen, ist eine hohe Effizienz der Plantagen. Die Früchte werden einige Male im Jahr geerntet. Die Ölpalme trägt das ganze Jahr über Früchte: im Durchschnitt sind es 16 Fruchtstände, die etwa 40 kg wiegen.  Die Mühlen und Pressen, welche direkt auf den Plantagen in Betrieb sind, weisen relativ niedrige Herstellungskosten und eine hohe Effizienz auf. Aus einer Mühle durchschnittlicher Größe können etwa 40 Tonnen Rohöl täglich hergestellt werden.


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