Die Landwirtschaft ist ein äußerst wichtiger Wirtschaftszweig, dessen vorrangiges Ziel die Produktion von Lebensmitteln ist. Darüber hinaus liefert der Pflanzenanbau verschiedene Rohstoffe für die Lebensmittel-, Schuh-, Chemie-, Textil- und viele andere Branchen.
Der Anteil der Landwirtschaft an der Wirtschaft der einzelnen Länder ist sehr unterschiedlich, und der Beschäftigungsgrad in diesem Sektor schwankt zwischen einigen Prozent in hochentwickelten Ländern und bis zu mehreren Dutzend Prozent in Ländern mit langsamerem Wirtschaftswachstum. Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung gewinnt die intensive Landwirtschaft, auch als industrielle Landwirtschaft bezeichnet, zunehmend an Beliebtheit.
Sie ist darauf ausgerichtet, unter Einsatz hoher finanzieller Mittel sowie eines erheblichen Grades an Chemisierung und Mechanisierung der landwirtschaftlichen Produktion maximale Erträge und Gewinne zu erzielen. Das Erreichen eines angemessenen Produktivitätsniveaus in diesem Sektor ist unter anderem durch den Einsatz geeigneter chemischer Mittel möglich.
Zu den Agrochemikalien zählen mehrere Gruppen von Chemikalien, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Dazu gehören Pflanzenschutzmittel, Wachstumsregulatoren, Hilfsstoffe, Mineraldünger (Flüssigdünger und Streudünger) sowie Biostimulatoren. Sie erfüllen vielfältige Funktionen, vom Schutz der Kulturen vor Schadorganismen (Pflanzenschutzmittel) über die Modifizierung der Eigenschaften des Präparats und der Spritzflüssigkeit (Hilfsstoffe) bis hin zur Förderung des Pflanzenwachstums (Düngemittel, Wachstumsregulatoren und Biostimulanzien).
Die Zusammensetzung von Präparaten zur Anwendung an Pflanzen umfasst eine Reihe verschiedener Inhaltsstoffe. Bei Pestiziden sind die Wirkstoffe am wichtigsten, die eine abtötende Wirkung auf Schädlinge und unerwünschte Pflanzen ausüben; bei Düngemitteln sind es die für das Pflanzenwachstum notwendigen Makro- und Mikroelemente, doch dies sind nicht die einzigen Inhaltsstoffe, die die Wirksamkeit beeinflussen. Agrochemische Präparate können zahlreiche Hilfsstoffe wie Lösungsmittel, Stabilisatoren und Mittel zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften enthalten. Zu letzteren zählen Tenside.
Das Portfolio der PCC-Gruppe für die Agrochemiebranche umfasst vor allem eine Reihe von oberflächenaktiven Verbindungen mit unterschiedlicher chemischer Struktur. Tenside in agrochemischen Präparaten können verschiedene Funktionen erfüllen (Emulgatoren, Netzmittel, Dispergiermittel, Lösungsvermittler, Rheologiemodifikatoren, Antischaummittel, Feuchthaltemittel); dank ihnen sind agrochemische Formulierungen während der Lagerung stabil und weisen eine hohe Wirksamkeit auf. Dies ermöglicht eine Reduzierung des Verbrauchs an Agrochemikalien und damit eine Senkung der Kosten im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Produktion sowie ökologische Vorteile.
Das Angebot der PCC-Gruppe für die Agrochemie-Branche wird durch chemische Rohstoffe und Zwischenprodukte ergänzt. Dazu gehören unter anderem hochreine Phosphorverbindungen in Form von Phosphoroxychlorid (POCl3) und Phosphortrichlorid (PCl3 ), die als Ausgangsstoffe für die Synthese bestimmter Wirkstoffe (z. B. Glyphosat) dienen. Eine ähnliche Anwendung findet Monochloressigsäure (MCAA), die zur Herstellung von 2,4- D-Säure verwendet wird, einem weit verbreiteten Herbizid aus der Gruppe der Wachstumsregulatoren. Weitere Produkte im Angebot der PCC-Gruppe sind Benzolchloriderivate, darunter Paradichlorbenzol (PDCB). Diese Verbindung sublimiert bei Kontakt mit Luft, was zur Freisetzung eines starken Geruchs führt, weshalb sie in Insektenschutzmitteln enthalten ist. Die PCC-Gruppe ist zudem Hersteller von Chlor – einem wichtigen Rohstoff für die industrielle Produktion u. a. von Insektiziden – sowie von Schwefelsäure, die bei der Herstellung von Kunstdüngern zum Einsatz kommt.