Sie ist darauf ausgerichtet, unter Einsatz hoher finanzieller Mittel sowie eines erheblichen Grades an Chemisierung und Mechanisierung der landwirtschaftlichen Produktion maximale Erträge und Gewinne zu erzielen. Das Erreichen eines angemessenen Produktivitätsniveaus in diesem Sektor ist unter anderem durch den Einsatz geeigneter chemischer Mittel möglich.
In der Landwirtschaft eingesetzte Agrochemikalien
Zu den Agrochemikalien zählen mehrere Gruppen von Chemikalien, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Dazu gehören Pflanzenschutzmittel, Wachstumsregulatoren, Hilfsstoffe, Mineraldünger (Flüssigdünger und Streudünger) sowie Biostimulatoren. Sie erfüllen vielfältige Funktionen, vom Schutz der Kulturen vor Schadorganismen (Pflanzenschutzmittel) über die Modifizierung der Eigenschaften des Präparats und der Spritzflüssigkeit (Hilfsstoffe) bis hin zur Förderung des Pflanzenwachstums (Düngemittel, Wachstumsregulatoren und Biostimulanzien).
Die Zusammensetzung von Präparaten zur Anwendung an Pflanzen umfasst eine Reihe verschiedener Inhaltsstoffe. Bei Pestiziden sind die Wirkstoffe am wichtigsten, die eine abtötende Wirkung auf Schädlinge und unerwünschte Pflanzen ausüben; bei Düngemitteln sind es die für das Pflanzenwachstum notwendigen Makro- und Mikroelemente, doch dies sind nicht die einzigen Inhaltsstoffe, die die Wirksamkeit beeinflussen. Agrochemische Präparate können zahlreiche Hilfsstoffe wie Lösungsmittel, Stabilisatoren und Mittel zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften enthalten. Zu letzteren zählen Tenside.
PCC Exol-Produkte für agrochemische Anwendungen
Das Portfolio der PCC-Gruppe für die Agrochemiebranche umfasst vor allem eine Reihe von oberflächenaktiven Verbindungen mit unterschiedlicher chemischer Struktur. Tenside in agrochemischen Präparaten können verschiedene Funktionen erfüllen (Emulgatoren, Netzmittel, Dispergiermittel, Lösungsvermittler, Rheologiemodifikatoren, Antischaummittel, Feuchthaltemittel); dank ihnen sind agrochemische Formulierungen während der Lagerung stabil und weisen eine hohe Wirksamkeit auf. Dies ermöglicht eine Reduzierung des Verbrauchs an Agrochemikalien und damit eine Senkung der Kosten im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Produktion sowie ökologische Vorteile.
- Emulgatoren – Die Emulgierung ist eine der wichtigsten Funktionen von Tensiden in agrochemischen Formulierungen. Einige Hilfsstoffe und Pflanzenschutzmittel enthalten Öle und organische Lösungsmittel. Deren Vorhandensein erschwert das Vermischen der Präparate mit Wasser. Um diesen Prozess zu erleichtern, ist der Einsatz von Emulgatoren erforderlich, die dank ihrer amphiphilen Struktur die Bildung von Emulsionen ermöglichen, indem sie die Partikel der hydrophoben Phase in Wasser dispergieren. Die von der PCC-Gruppe angebotenen Produkte mit emulgierenden Eigenschaften sind vor allem die EXOemul-Serie, d. h. Tensidmischungen, die speziell für emulgierbare Formulierungen von Pflanzenschutzmitteln der Typen EC und EW sowie für Öl-Adjuvantien entwickelt wurden. Empfehlenswert sind auch nichtionische Tenside wie ethoxylierte Fettsäurederivate (ROKAcety, insbesondere die R-Serie) sowie Sorbitanderivate (ROKwiny und ROKwinole). Die Mischbarkeit der Ölphase mit der wässrigen Phase wird auch durch anionische Tenside vom Typ der Calciumsalze der Alkylbenzolsulfonsäure (Produktgruppe EXOcal) verbessert.
- Netzmittel – sind Substanzen, die die Oberflächenspannung der Spritzflüssigkeit wirksam senken und dadurch das Verteilen der Tröpfchen auf der Pflanzenoberfläche erleichtern, wodurch eine gleichmäßige Ausbringung gewährleistet wird. Diese Mittel bilden eine wichtige Gruppe von Inhaltsstoffen in Blattdüngern, flüssigen Formulierungen wie SL, SC, CS (aufgrund der hydrophilen Eigenschaften der Lösungsmittel) sowie in pulverförmigen Formulierungen wie WP, WG, SP, SG von Pflanzenschutzmitteln (aufgrund des Fehlens von Lösungsmitteln). Das Angebot der PCC-Gruppe im Bereich der Netzmittel umfasst Fertigmischungen (EXOwet), nichtionische Tenside aus der Gruppe der ethoxylierten Fettalkohole (ROKAnol), zu der die Serien NL, ID, IT, DB, L, GA gehören, sowie Produkte aus der Gruppe SULFOROKAnol und ROKAmina (K30, K30B, K40HC).
- Dispergiermittel und Kodispergiermittel – sorgen für eine gleichmäßige Verteilung der Feststoffpartikel in agrochemischen Formulierungen und verhindern deren Agglomeration und Sedimentation. Sie stabilisieren Suspensionen, verbessern die Homogenität der Produkte und deren Haltbarkeit während der Lagerung. Im Portfolio der PCC-Gruppe finden sich zahlreiche Produkte, die die genannten Funktionen in wässrigen Formulierungen (EXOfos der Serien PT und PB, EXOdis PC40, PC540, EXOdis AG-137, ROKAmery der G-Serie sowie ROKAmery 6500 und 1010) sowie in nichtwässrigen Formulierungen (ROKAcety der R-Serie und ROKwinole).
- Solubilisatoren – haben die Aufgabe, die Löslichkeit von Wirkstoffen in Wasser zu erhöhen und so die Bildung klarer und stabiler Lösungen zu ermöglichen. Dies wird durch das Vorhandensein eines hydrophilen und eines hydrophoben Teils im Molekül ermöglicht. Der Einsatz von Solubilisatoren in der Formulierung macht diese wirksamer, da die Wirkstoffe für die Pflanzen besser verfügbar sind. Die Funktion von Solubilisatoren können POLIkole mit niedrigeren Molekulargewichten (bis ca. 1000) übernehmen. Bei der Solubilisierung bestimmter Salze können hingegen Produkte aus der ROKAmina-Gruppe
- Rheologiemodifikatoren – beeinflussen die Konsistenz und Stabilität von Formulierungen, indem sie die Viskosität und Fließfähigkeit von Agrochemikalien regulieren. Sie erleichtern das Mischen und die Anwendung, verhindern Sedimentation und Entmischung und gewährleisten so gleichbleibende Gebrauchseigenschaften des Produkts. Diese Funktion können verschiedene Produkte aus dem Angebot der PCC-Gruppe übernehmen, wie beispielsweise Polyethylenglykole (POLIkole), Betaine (ROKAmine), bestimmte alkoxylierte Alkohole (ROKAnol der Serien LK und O) sowie hochmolekulare EO/PO-Copolymere (ROKAmer 6500 und 1010).
- Antischaum- und Antischaummittel – sie besitzen gute Benetzungs- und Emulgierungseigenschaften, was in agrochemischen Präparaten, in denen die Schaumbildung äußerst unerwünscht ist, von großer Bedeutung ist. Zu den angebotenen Produkten gehören alkoxylierte Fettalkohole wie ROKAnol NL8P4 und ROKAnol der LP-Serie. Das Portfolio der PCC-Gruppe umfasst auch Blockcopolymere (u. a. ROKAmer der G-Serie sowie ROKAmer 2000 und 2100), die dank ihrer Struktur die Schaumbildung im System verhindern und gleichzeitig Dispergier- und Benetzungseigenschaften gewährleisten.
- Feuchtigkeitsmittel – ihre Aufgabe besteht darin, ein zu schnelles Austrocknen der Tropfen auf der Blattoberfläche zu verhindern, was die Wirkungsdauer des in der agrochemischen Zubereitung enthaltenen Wirkstoffs verlängert. Dadurch verbessern Feuchtigkeitsmittel das Eindringen von Agrochemikalien in das Pflanzengewebe und steigern die Wirksamkeit der Behandlung. Die zuvor erwähnten POLIkole können auch die Funktion
Rohstoffe und Zwischenprodukte
Das Angebot der PCC-Gruppe für die Agrochemie-Branche wird durch chemische Rohstoffe und Zwischenprodukte ergänzt. Dazu gehören unter anderem hochreine Phosphorverbindungen in Form von Phosphoroxychlorid (POCl3) und Phosphortrichlorid (PCl3 ), die als Ausgangsstoffe für die Synthese bestimmter Wirkstoffe (z. B. Glyphosat) dienen. Eine ähnliche Anwendung findet Monochloressigsäure (MCAA), die zur Herstellung von 2,4- D-Säure verwendet wird, einem weit verbreiteten Herbizid aus der Gruppe der Wachstumsregulatoren. Weitere Produkte im Angebot der PCC-Gruppe sind Benzolchloriderivate, darunter Paradichlorbenzol (PDCB). Diese Verbindung sublimiert bei Kontakt mit Luft, was zur Freisetzung eines starken Geruchs führt, weshalb sie in Insektenschutzmitteln enthalten ist. Die PCC-Gruppe ist zudem Hersteller von Chlor – einem wichtigen Rohstoff für die industrielle Produktion u. a. von Insektiziden – sowie von Schwefelsäure, die bei der Herstellung von Kunstdüngern zum Einsatz kommt.