Flüssige Blattdünger sind Nährstoffpräparate, die direkt auf die Blätter der Pflanzen aufgetragen werden, um eine sofortige Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Dieser Ansatz sorgt für schnellere Ergebnisse als die Bodenausbringung, da die Nährstoffe direkt vom Blattgewebe und nicht über den Wurzelbereich aufgenommen werden.
Die Blattdüngung ist in der modernen Landwirtschaft aufgrund ihrer schnellen Wirkung, hohen Effizienz und der Möglichkeit, in kritischen Phasen der Pflanzenentwicklung einzugreifen, von entscheidender Bedeutung. Die direkte Ausbringung von Düngemitteln auf die Blätter stimuliert die Pflanzenaktivität, wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt aus (einschließlich der Wasseraufnahme der Pflanze aus dem Boden) und regt dadurch das Wurzelwachstum an. Infolgedessen beschleunigen Blattdünger auch die Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Um die Erträge maximal zu steigern und den Zustand der Pflanzen zu verbessern, sollten Blattdünger zusammen mit Bodendüngern eingesetzt werden und nicht als Ersatz dafür.
In der industriellen Landwirtschaft sind Blattdünger ein wichtiges Instrument. Diese Form der Düngung ermöglicht eine präzise Zufuhr von Nährstoffen in der richtigen Entwicklungsphase sowie ein sofortiges Eingreifen in für das Pflanzenwachstum kritischen Momenten, z. B. bei Mangelerscheinungen oder Stress. Dies spielt eine wichtige Rolle bei der Optimierung von Ertragsmenge und -qualität, da sowohl Makro- als auch Mikronährstoffmangel für Pflanzen sehr nachteilig sind. So hemmen beispielsweise Magnesium- und Eisenmangel die Photosynthese, während ein Mangel an Stickstoff und Schwefel zu einer gestörten Proteinbildung führt.
Die Anwendung von flüssigen Blattdüngern gewährleistet eine höhere Wirksamkeit als die Boden-Düngung unter schwierigen Bedingungen, d. h. wenn die Aufnahme von Nährstoffen durch das Wurzelsystem aus dem Boden nicht möglich ist. Dies kann auf Bodenausdörrung, niedrige Temperaturen, einen ungeeigneten pH-Wert und einen hohen Salzgehalt zurückzuführen sein. In solchen Fällen ist die Blattdüngung die einzige realistische Alternative, um die normale Entwicklung der Pflanzen aufrechtzuerhalten, da die benötigten Mineralstoffe direkt über die Blätter zugeführt werden.
Ein Blattdünger ist hauptsächlich eine Mischung aus Makro- und/oder Mikroelementen in Form von gelösten Salzen und Komplexen. Diese Art der Anwendung auf Pflanzen erfordert, dass das Präparat homogen ist und die einzelnen Komponenten in Wasser gut löslich sind. Dies verhindert die Kristallisation der Substanzen in der fertigen Düngerformulierung. Bei Suspensions-Blattdüngern hingegen liegt der Schwerpunkt auf einer ausreichenden Stabilität der Suspension, der Dosierbarkeit sowie der Hemmung der Kristallbildung, die zum Verstopfen der Sprühdüsen führen kann. Um dies zu verhindern, müssen dem Präparat spezielle funktionelle Zusatzstoffe in Form von Solubilisierungs- oder Dispergiermitteln zugesetzt werden.
Die Zusammensetzung der hergestellten Blattdünger hängt von ihrem Verwendungszweck ab. Je nach Pflanzenart, Wachstumsstadium oder Anbaubedingungen muss auf die Art und die Zusammensetzung der Rohstoffe, die Konzentration der einzelnen Bestandteile des Präparats, aber auch auf dessen physikalische und chemische Eigenschaften geachtet werden. Ein wichtiger Parameter, den man bei der Auswahl der Quellen für die einzelnen Makronährstoffe berücksichtigen sollte, ist der Salzindex. Er gibt an, inwieweit ein bestimmter Dünger die Salzkonzentration in der Bodenlösung oder auf der Blattoberfläche erhöht. Je niedriger er ist, desto besser, da dies mit einem geringeren Risiko von Blattverbrennungen, osmotischem Stress und Phytotoxizität verbunden ist.
Zu den wichtigsten Gruppen von Rohstoffen, die in Blattdüngern verwendet werden, gehören:
Tenside spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Benetzbarkeit von Blattoberflächen durch Blattdünger, da sie die Oberflächenspannung der Präparate senken. Die PCC-Gruppe verfügt in ihrem Portfolio über Produkte, die eine Reihe von wichtigen Funktionen in flüssigen Blattdüngern erfüllen können. Ethoxylierte Fettsäuren (ROKAnole, u. a. aus den Serien DB, GA, IT, L und NL) verfügen über gute Benetzungseigenschaften, wodurch die Düngemittelbestandteile gleichmäßig verteilt werden und sich effektiver auf dem Blatt verteilen. Polyoxyethylenglykole (POLIkole) sind gute Lösungsvermittler, die das Auskristallisieren verhindern und höhere Nährstoffkonzentrationen in der Formulierung ermöglichen, sowie Feuchthaltemittel, die eine längere Speicherung von Feuchtigkeit auf der Pflanze ermöglichen. Darüber hinaus umfasst das Angebot auch Blockcopolymere aus Ethylenoxid und Propylen (ROKAmery), deren Vertreter je nach Struktur und EO/PO-Anteil unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. ROKAmery PP450, 2000, 2100 und 2330 verfügen über gute Benetzungseigenschaften und sind schaumarme Verbindungen. ROKAmery 6500 und 1010 bewähren sich als Kodispergiermittel sowie als Benetzungs- und Antidriftmittel, während ROKAmery der G-Serie als schaumarme Kodispergiermittel in Suspensionsformulierungen eingesetzt werden können. Die Schaumfreiheit von Präparaten für die Blattapplikation ist wichtig, da sonst die Gefahr besteht, dass die Düsen des Sprühgeräts durch den entstehenden Schaum verstopfen und es dadurch zu einer ungleichmäßigen Ausbringung kommt.