Klassifizierung von Pflanzenschutzmitteln
- Herbizide sind phytotoxische chemische Verbindungen, die zur Bekämpfung von Unkraut eingesetzt werden. Sie weisen einen unterschiedlichen Grad an Spezifität auf. Sie tragen zur Hemmung des Wachstums ausgewählter Pflanzen bei. Der Hauptwirkstoff in Herbiziden ist Glyphosat. Zur Synthese werden auch Phosphorverbindungen (z. B. Phosphortriochlorid, Phosphortrichlorid) und Monochloressigsäure verwendet.
- Fungizide – sind Produkte, die zur Abtötung oder Hemmung des Wachstums von Pilzen eingesetzt werden. Sie werden in der Regel zur Bekämpfung von parasitären Pilzen eingesetzt, die wirtschaftliche Schäden an Nutz- oder Zierpflanzen verursachen oder die Gesundheit von Haustieren und Menschen gefährden. Ihre Wirkung beruht hauptsächlich auf der Schädigung der Zellmembranen der Pilze oder der Störung der Energieproduktion in den Pilzzellen.
- Insektizide sind chemische Substanzen, die zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden, indem sie diese töten und unerwünschtes oder zerstörerisches Verhalten verhindern. Sie werden nach ihrer Struktur und Wirkungsweise klassifiziert. Als Insektizid und Fungizid wird unter anderem Paradichlorbenzol verwendet. Seine Verwendung beruht auf der Erzeugung eines starken Geruchs bei Kontakt mit Luft. Dadurch werden Insekten wie Motten und Motten abgeschreckt.
- Wachstumsregulatoren – sie beeinflussen die physiologischen und biochemischen Prozesse von Pflanzen. Insbesondere regulieren sie die Prozesse der Photosynthese, der Zellteilung und der Synthese von Enzymen und Vitaminen.
Darüber hinaus werden Mittel zur Bekämpfung anderer Schädlingsarten eingesetzt:
- Molluskizide – ihre Aufgabe ist die Bekämpfung von Schnecken. Sie werden in Form von Granulat ausgebracht, das die Schnecken daran hindert, an die Pflanzen zu gelangen.
- Nematizide – zur Bekämpfung von Nematoden. Sie werden in den Boden eingebracht.
- Akarizide – zur Bekämpfung von Milben.
Rohstoffe für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln
In der Produktionsphase liefern die Lieferanten die notwendigen Rohstoffe – beispielsweise petrochemische Derivate (Chemikalien, Lösungsmittel, Erdölnebenprodukte) und Mineralstoffe (Phosphate, Kaliumkarbonat, Schwefel) –, die als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Agrochemikalien dienen. Diese Rohstoffe werden zur Herstellung von Wirkstoffen verwendet, die Schutz vor Schädlingen oder eine angemessene Ernährung der Pflanzen gewährleisten. Anschließend werden die Wirkstoffe mit inerten Hilfsstoffen, Lösungsmitteln und Zusatzstoffen gemischt, um ein Endprodukt (z. B. Emulsionskonzentrate, Granulate, ummantelte Düngemittel) für eine sichere und wirksame Anwendung herzustellen.
Wirkstoffe
Sie werden auch als Wirkstoffe bezeichnet. Sie bilden die Grundlage für einen wirksamen Pflanzenschutz. Sie sind für die Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkraut verantwortlich und sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und hohe Erträge.
Eine breite Palette von organischen und anorganischen Verbindungen wird als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln verwendet. Dazu gehören unter anderem chlororganische Verbindungen (chlorierte Kohlenwasserstoffe), organische Phosphorverbindungen (in der Regel mit Esterstruktur) oder Carbaminsäurederivate (Urethane). Die Art des Wirkstoffs hängt von der endgültigen Verwendung des ausgewählten Pflanzenschutzmittels ab. In Herbiziden ist beispielsweise Glyphosat einer der beliebtesten Wirkstoffe. Aus chemischer Sicht handelt es sich dabei um N-(Phosphonomethyl)glycin. Diese Verbindung gehört zur Gruppe der Phosphonate, die Derivate der Phosphonsäure sind. In Herbiziden werden jedoch auch Derivate von Phenoxycarbonsäuren, Triazin-Derivate oder Chloridazon verwendet.
Adjuvanzien
Ein Adjuvans ist eine Substanz, die keine wesentlichen pestiziden Eigenschaften aufweist, sondern zur Verstärkung oder Modifizierung der Wirksamkeit eines Pflanzenschutzmittels zugesetzt wird. Eine Vielzahl von chemischen Verbindungen kann als Adjuvans dienen.
Die wichtigsten Hilfsstoffe, die zur Herstellung von Formulierungen verwendet werden:
- Lösungsmittel – sind der wichtigste Faktor für die Funktionalität der Formulierung. Aufgrund der geringen Kosten und der Ungiftigkeit wird meist Wasser verwendet. Bei wasserunlöslichen Wirkstoffen werden aromatische Lösungsmittel oder seltener aliphatische Kohlenwasserstoffe verwendet.
- Netzmittel – unterstützen die effektive Verteilung des Pflanzenschutzmittels auf Blättern und Stängeln und verstärken so die Wirkung des Produkts.
- Tenside – dies ist eine breite Palette von oberflächenaktiven Verbindungen, die in der agrochemischen Industrie allgegenwärtig sind. In Pflanzenschutzmitteln haben sie unter anderem die Aufgabe, die Oberflächenspannung zu verringern, die fertige Formulierung zu emulgieren und alle Inhaltsstoffe gleichmäßig zu dispergieren.
- Haftvermittler – erleichtern das Anhaften von Pflanzenschutzmitteln an der Oberfläche der Pflanze oder des Bodens.
- Puffer – halten den pH-Wert konstant.
- Neutrale Füllstoffe – erleichtern die Anwendung des Produkts.
- Antischaummittel – reduzieren wirksam die Schaumbildung in Systemen, in denen stark schäumende Substanzen wie z. B. Tenside enthalten sind.