Die Viskosität ist ein entscheidender Parameter für Öle und Schmierstoffe, der ihre Fließfähigkeit und die Wirksamkeit des Schutzes von Bauteilen unter bestimmten Betriebsbedingungen unmittelbar bestimmt. In der technischen Praxis werden zwei übergeordnete Viskositätsklassifizierungssysteme verwendet, die verschiedenen Anwendungsbereichen zugeordnet sind: ISO VG und SAE.
SAE-Viskositätsklassifizierung
Die SAE-Klassifizierung ist ein System, das von der Society of Automotive Engineers (SAE) eingeführt wurde, um Schmierstoffe nach ihrer Viskosität zu klassifizieren.
Die SAE-Bezeichnungen ermöglichen es, das Öl an die spezifischen konstruktiven, betrieblichen und temperaturtechnischen Anforderungen des Motors anzupassen. Es ist zu beachten, dass sich diese Parameter ausschließlich auf die Viskosität beziehen und kein direktes Maß für die Ölqualität darstellen.
Wichtige Parameter:
- Kinematische Viskosität bei 100 °C – entspricht der durchschnittlichen Viskosität des Öls im normalen Betrieb eines Automotors,
- Dynamische Viskosität HTHS bei 150 °C – charakterisiert die Viskosität des Öls bei extrem hoher Temperaturbelastung während des Motorbetriebs,
- Dynamische Viskosität CCS bei Minustemperaturen – ist ein Maß für die Fähigkeit des Öls, beim Motorstart effektiv zu arbeiten,
- Pumpbarkeitsgrenztemperatur – bestimmt die extremen Bedingungen, unter denen die Viskosität des Öls einen Start ermöglicht.
Klassifizierung nach SAE J300
Die Viskositätsklasse nach SAE J300 ist ein entscheidendes Kriterium für die Eignung eines Schmieröls für den Motorbetrieb. SAE definiert sechs sogenannte Winterklassen (gekennzeichnet mit dem Buchstaben „W“) sowie neun sogenannte Sommerklassen.
Winterparameter (z. B. 0W, 5W, 10W) geben die Viskosität bei niedrigen Temperaturen (Kaltstart) sowie die Grenztemperatur der Pumpbarkeit an. Je niedriger die Zahl vor dem „W“, desto flüssiger ist das Öl bei Minustemperaturen.
Die Sommerparameter (z. B. 30, 40, 50) bestimmen die kinematische Viskosität bei Betriebstemperatur sowie die dynamische Hochtemperaturviskosität (HTHS). Je höher die Zahl, desto dicker und widerstandsfähiger ist der Ölfilm bei hohen Temperaturen.
Anforderungen nach SAE J300: Tabelle erstellt auf der Grundlage von: Lube-Tech-113-The-Impact-of-SAE-Critical-Specifications-to-the-formulating-and-manufacture-of-automotive-oils.pdf
| SAE-Klasse | Dynamische Viskosität CCS (Startviskosität) [mPa·s] | CCS-Prüftemperatur [°C] | Max. Pumpbarkeit (MRV) [°C] | Kinematische Viskosität bei 100 °C [mm²/s] |
| 0W | max 6200 | -35 | -40 | min. 3,8 |
| 5 W | max. 6600 | -30 | -35 | min. 3,8 |
| 10 W | max. 7000 | -25 | -30 | min. 4,1 |
| 15 W | max. 7000 | -20 | -25 | min. 5,6 |
| 20 W | max. 9500 | -15 | -20 | min. 5,6 |
| 8 | – | – | – | 4,0 – < 6,1 |
| 16 | – | – | – | 6,1 – < 8,2 |
| 20 | – | – | – | 6,9 – < 9,3 |
| 30 | – | – | – | 9,3 – < 12,5 |
| 40 | – | – | – | 12,5 – < 16,3 |
| 50 | – | – | – | 16,3 – < 21,9 |
Klassifizierung nach SAE J306
Bei Schmierstoffen, die für den Einsatz in Getrieben, Achsen und Mechanismen bestimmt sind, wird die Viskositätsklasse durch die Norm SAE J306 festgelegt.
Sie bestimmt die Fließfähigkeit des Öls bei extrem niedrigen Temperaturen sowie die Festigkeit des Schmierfilms bei Betriebstemperatur (100 °C). Es werden höhere Klassennummern als bei Motorölen verwendet (z. B. 75W, 80W, 90, 140), um eine versehentliche Verwendung eines ungeeigneten Schmiermittels zu vermeiden.
Anforderungen der SAE J306: basierend auf: Lubrication Fundamentals
| SAE-Klasse | Maximale Temperatur bei einer Viskosität von 150 000 cP [°C] | Kinematische Viskosität bei 100 °C [mm²/s] (Min) | Kinematische Viskosität bei 100 °C [mm²/s] (Max) |
| 70W | -55 | 4,1 | – |
| 75W | -40 | 4,1 | – |
| 80 W | -26 | 7,0 | – |
| 85 W | -12 | 11,0 | – |
| 80 | – | 7,0 | < 11,0 |
| 85 | – | 11,0 | < 13,5 |
| 90 | – | 13,5 | < 18,5 |
| 110 | – | 18,5 | < 24,0 |
| 140 | – | 24,0 | < 32,5 |
| 250 | – | 41,0 | – |
Klassifizierung nach ISO 3448 – Norm für Industrieöle
Die Norm ISO 3448 (und die damit verbundene ISO VG) ist ein internationaler Standard, der die kinematische Viskosität von Industrieölen bei einer Temperatur von 40 °C festlegt. Sie definiert 18 Viskositätsklassen für Industrieöle.
Ein zentraler Bezugspunkt dieser Norm ist die Temperatur von 40 °C, die den typischen Betriebsbedingungen von Industriemaschinen entspricht. Die einer bestimmten Klasse zugewiesene Zahl (z. B. ISO VG 46) bezeichnet die durchschnittliche kinematische Viskosität. In der Praxis ist eine Abweichung der Viskosität eines bestimmten Öls von ±10 % vom Nennwert zulässig.
Das System ist so konzipiert, dass jede nachfolgende Klasse eine um etwa 50 % höhere Viskosität als die vorherige aufweist, was Ingenieuren eine präzise Auswahl des Schmiermittels für spezifische technische Anforderungen ermöglicht.

Das Angebot der PCC-Gruppe
Die PCC-Gruppe, als führender Hersteller von synthetischen Ölbasen und Fertigformulierungen, verfügt in ihrem Portfolio über ein umfangreiches Angebot an Produkten für verschiedene Industriezweige.
Schmierstoffherstellern liefert das Unternehmen hochwertige Polyalkylenglykole (PAG) – synthetische Stoffe, die sich im Vergleich zu herkömmlichen Mineralölen durch eine deutlich höhere thermische Stabilität und Reinheit auszeichnen:
- Serien Rokolub P-B, PO-D, 50-B, 60-D: z. B. Rokolub P-B-46 (ISO VG 46) oder Rokolub 60-D-220 (ISO VG 220),
- Rokolub MOS-Serie: z. B. Rokolub MOS 32 (ISO VG 32).
Die PCC-Gruppe liefert zudem hochentwickelte Fertigprodukte, die bestimmten ISO-VG-Klassen entsprechen:
- Schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten vom Typ HFDR – Rokolub FR T-Serie (z. B. Rokolub FR T-46 ultra – ISO VG:46),
- Schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten vom Typ HFDU – Rokolub HYD-Serie (z. B. Rokolub HYD 46 – ISO VG:46),
- Synthetische Getriebeöle – Rokolub IGO WS-Serie (z. B. Rokolub IGO WS 220 – ISO VG:220),
- Synthetische Kompressoröle – Rokolub 320F (ISO VG: 320).
- Lube-Tech-113-The-Impact-of-SAE-Critical-Specifications-to-the-formulating-and-manufacture-of-automotive-oils.pdf
- https://www.stle.org/files/TLTArchives/2024/07_July/Lubrication_Fundamentals.aspx